die bogenhalle wurde um 1950 als produktionshalle für kunststoffkabel und -leitungen errichtet. das gebäude steht auf dem gelände des ehemaligen carlswerkes felten und guilleaume (f&g), einem 1874 nördlich von köln gegründeten kabelwerkes. das ca. 55 ha. große areal wurde mit dem niedergang von f&g sowie der schließung einiger anderer fabriken zu einer brache. neben anderen investoren kaufte gottfried eggerbauer einen großen teil des gebietes mit hauptsächlich desolater bausubstanz.

grundsätzliches konzept bei der entwicklung des gebietes war und ist, dass der mieter vor den sanierungs- und umbaumaßnahmen bereits bekannt ist. es entsteht eine inspirierende „dreier - konstellation“ zwischen bauherr, mieter und architekt.

für die bogenhalle wurde nach einigen erfolglosen anläufen die firma glb/parkland als mieter gefunden. glb/parkland sind großhändler von büchern außerhalb der buchpreisbindung, mängelexemplaren und restbeständen. die grundstruktur der halle war für diese nutzung ideal: die erdgeschossige halle wird ohne große umbauten als lager genutzt - in dem angrenzenden zweigeschossigen trakt liegen präsentations - und  büroräume.

wunsch des mieters war, die trennung zwischen lager und büroräumen möglichst aufzulösen, um kurze wege und eine gute kommunikation der beiden bereiche zu ermöglichen. zu diesem zweck - und um die nutzfläche zu erhöhen- wurde die erschließung der büroräume im obergeschoß durch eine vorgelagerte gangway mit direktem zugang zum erdgeschoß gelöst. die trennwand zur halle wurde in beiden geschossen rahmenlos und geschoßhoch verglast. ziel des umbaukonzeptes war es, die ursprüngliche schönheit der halle zu erhalten. hierzu wurden zuerst alle nichttragenden

einbauten abgebrochen und sämtlicher putz von der betonstruktur durch sandstrahlung entfernt. danach sichtbare gebrauchsspuren - wie z.b. freiliegende bewehrung - wurden nicht kaschiert, sondern lediglich durch klarlack geschützt. die neuen einbauten bilden den kontrast zu der filigranen skelettkonstruktion. so wurde die tragstruktur der neuen gangway einschließlich deren geländer als geknickte stahlträger direkt an der vorhandenen betonstruktur angesetzt und voll-flächig mit klar lackierten schwarzstahlplatten verkleidet. die enden der gangway wurden raumhoch geschlossen. so entstand ein „schwebendes“ volumen, dass jede anbiederung an den bestand vermeidet und durch den kontrast den charakter des bestandes noch verstärkt.

die glasfassade wurde der bestehenden stützenreihe/wand vorgelagert und nimmt weder  deren höhe noch deren raster auf. dies lässt einerseits der bestehenden struktur ihre eigenart, andererseits verkürzte es die bauzeit beträchtlich (und verringerte die baukosten), da keine maßscheiben vonnöten waren.

 

mitarbeit unter leitung von prof. georg giebeler, 4000architekten, köln